Trennung der Eltern

Trennung der Eltern – was nun?

Viele Beziehungen oder Ehen gehen auseinander. Wusstest Du, dass ca. jedes vierte minderjährige Kind in Deutschland mit getrennten Eltern aufwächst?

Der Anfang vom Ende?

Wenn auch Deine Eltern sich getrennt haben, war das im ersten Moment vielleicht ein Schock als Du es erfahren hast. Oder hast Du schon damit gerechnet, weil seit längerem viel Streit in der Familie herrschte oder Deine Eltern kaum mehr miteinander gesprochen haben? Vielleicht war es auch erst mit Gefühlen der Erleichterung verbunden, dass das Zuhause nun nicht mehr ständig ein Ort voller Tretminen ist und man nie weiß, wann die nächste in die Luft fliegt!

Trennung Eltern Chaos | JugendNotmail/KJSH-StiftungWas macht die Trennung mit uns?

So verschieden die Menschen sind, die sich trennen, so sind auch die Gründe für eine Trennung und der Umgang danach sehr unterschiedlich. Es gibt Eltern, die nach der Trennung freundschaftlich miteinander umgehen und dabei ihre Kinder gut im Blick behalten und es gibt Eltern, die sich gar nicht mehr verstehen.

Auch wenn die Eltern ihr Bestes geben, kann man als Kind schon mal das Gefühl bekommen zwischen die Fronten zu geraten.

Auch wenn die Eltern ihr Bestes geben, kann man als Kind schon mal das Gefühl bekommen zwischen die Fronten zu geraten. Vielleicht fühlst Du Dich im Gefühlschaos von Erleichterung bis Verzweiflung, Unsicherheit, Freiheit, Traurigkeit, Wut, Geborgenheit, Zufriedenheit, Verwirrung, Dankbarkeit, Liebe … auch alleine? ABER: DU BIST NICHT ALLEIN! Es gibt viele, die ähnliches durchleben.

WICHTIG: Es ist nicht Deine Schuld!

Oft fühlen sich Kinder für die Trennung der Eltern verantwortlich. Dem ist aber nicht so. Egal was passiert ist, Deine Eltern haben sich bemüht, als Paar zusammenzuleben und entschieden, dass sie das nicht mehr wollen. Aber sie werden IMMER Deine Eltern bleiben, auch wenn das für sie erst mal nicht so einfach ist. Sie werden einen Weg finden…

Und damit es Dir trotz aller Turbulenzen gut gehen kann, hier ein paar kleine Tipps, die Dich stärken können:

1. RedenGemeinsam

Hast Du das Gefühl Dich niemandem anvertrauen zu können, weil Dir das vorkommt als würdest Du Deine Eltern hintergehen? Und gleichzeitig geht es Dir nicht gut und Du weißt nicht, wie Du damit umgehen kannst?

Du musst das nicht mit Dir alleine ausmachen.

Je eher Du Deine Gedanken und Gefühle mit anderen teilst, desto besser. Vielleicht gibt es jemanden in Deinem Freundeskreis oder der Familie, dem Du vertraust und der genug Abstand zu den Problemen bei Dir zu Hause hat. Trau Dich diesen Menschen Deine Gedanken und Gefühle mitzuteilen.

2. Routinen

In einer Zeit, in der sich gerade alles ändert, hilft es sich kleine Routinen zu schaffen.

Routine mit deiner Mama - zusammen lachen

Das kann ein gemeinsames Mittagessen nach der Schule mit der Oma oder der Besuch Deiner Musik- oder Sportstunde sein. Vielleicht ist es aber auch ein Gute-Nacht-Ritual mit dem einen und ein regelmäßiges Telefonat mit dem anderen Elternteil. Oder lieber etwas, was Du schon immer regelmäßig mit Deinem Bruder/Deiner Schwester machen wolltest… Fällt Dir da etwas Kreatives ein?

3. FreizeitaktivitätenMädchen dass malt und dabei happy ist

Überleg mal, was Dir so richtig gut gefällt oder was Du früher immer gerne gemacht hast. Was davon kannst und möchtest Du auch weiterhin tun? Oder willst Du etwas Neues ausprobieren? Es kann Dir helfen, Dich auf etwas Positives zu fokussieren und Deine Stimmung aufzuhellen, wenn Dich das Gefühls- oder Gedankenwirrwarr runterzieht.

4. Gleichgesinnte

Geschwisterliebe und Zusammenhalt in schweren ZeitenManchmal kann es sehr beruhigend sein, wenn man mit jemandem Zeit verbringt, dessen Eltern sich auch getrennt haben. Gleichgesinnte sagen nicht nur, dass sie einen verstehen, sondern sie wissen oft tatsächlich, wie sich bestimmte Situationen anfühlen. Es kann so guttun sich verstanden zu fühlen und eine*n Verbündete*n in schwierigen Situationen zu haben.

5. Ruhezeiten

Gönn Dir Zeit für Dich – Zeit, wo Du niemanden triffst oder mit niemandem telefonierst/schreibst. Das muss gar nicht viel sein – ein bis zwei Stunden können schon genügen und in der Zeit kümmerst Du Dich einfach um Dich. Wie wäre ein Spaziergang an der frischen Luft, lesen, puzzeln, malen oder schreiben?

6. Yoga und Meditation

Gerade Mediation kann viele positive Effekte haben. Du kannst unter anderem Deine Gedanken zur Ruhe bringen, Ängste und negative Stimmung reduzieren und Deinen Stress verringern. Vielleicht magst Du es einfach mal ausprobieren? Geeignete Meditationen und Anleitungen für Yoga findest Du kostenfrei auf YouTube (z.B. Meditationen von Yvonne Gerdau oder YogamitMartina).

7. Sprich mit Deinen ElternJunge und Mama sind beieinander und glücklich

Wenn es Dir nicht gut geht damit, wie mit der Trennung umgegangen wird, sag es Deinen Eltern. Sie tragen die Verantwortung für Dich und nur wenn Du ihnen sagst wie es Dir geht, können Sie darauf eingehen. In dieser besonderen Situation ist es oft nicht leicht für alle Verständnis zu haben. Aber vielleicht könnt ihr es gegenseitig versuchen.

8. Dankbarkeit

An Tagen, an denen irgendwie alles doof ist, hilft es sich in Dankbarkeit zu üben. Wenn Du magst, leg Dir ein Tagebuch an, in dem Du aufführst, wofür Du dankbar bist. Das kann alles Mögliche sein: ein toller Sonnenuntergang, das Lieblingsessen, Zeit mit der/dem besten Freund*in… Im Alltag werden viele Sachen einfach selbstverständlich und es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man für die kleinen Dinge dankbar ist.

Probiere gerne ein bisschen aus, was für Dich passt. Und falls Du niemanden zum Reden hast oder einfach etwas Unterstützung brauchst, melde Dich gerne bei Jugendnotmail. Wir sind für Dich da!

Getrennt gemeinsam erziehen, Befragung von Trennungseltern im Auftrag des BMFSFJ (Institut für Demoskopie Allensbach)

Holdt, S. und Schönherr, M. (2019): Lösungsorientierte Beratung mit getrennten Eltern –Ein Praxishandbuch, 2. Auflage

Schönberger, B. (2018): Die heilende Kraft der Meditation. In: Psychologie Heute, Jg 45, Heft 3, S. 18-23

Bildquelle:
www.elements.envato.com

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