


Betroffene ernst zu nehmen und zu wissen, wo es Hilfe gibt, kann den entscheidenden Unterschied machen. Hilfsangebote weiterzuvermitteln kann Leben retten. Wir zeigen Dir, wo es Hilfe gibt.
Bei akuter Suizidilität handelt es sich immer um einen Notfall. Es besteht Lebensgefahr!
1. Notruf/ Notaufnahme
Wenn die akute Gefahr besteht, dass du/ eine andere Person sich in Lebensgefahr begibt, wende dich an den Notruf.
Notruf: 110
Notfallrettung/ Rettungsdienst: 112
Oder gehe direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses.
2. Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Wenn du medizinische Unterstützung nachts, am Wochenende oder an Feiertagen brauchst, wende dich an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, der dich an eine Fachperson vermittelt.
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
1. Fachperson
Bei Fachpersonen in deinem Umfeld findest du therapeutische Unterstützung. Folgende Fachpersonen können psychische Erkrankungen erkennen und auch behandeln sowie weitere notwendige Schritte aufzeigen.
2. Hausärzt*in/ Kinderärzt*in
Unterstützung kannst du in der Regel bei deine*r Hausärzt*in erfragen. Er*sie kann dir weitere Angebote aufzeigen.
3. Kassenärztliche Vereinigung
Hier finden sich freie Termine für ein Erstgespräch in wohnortnähe. Unterstützung gibt es auch unter der 116 117.
Arzt- und Psychotherapeutensuche
4. Bundespsychotherapeutenkammer
Auch auf der Seite der Bundespsychotherapeutenkammer finden sich deutschlandweit Fachpersonen.
5. Kinder- und Jugendpsychiatrien
Wenn du auf der Suche nach einer Kinder- und Jugendpsychiatrie bist, ist es sinnvoll dich online über die nächstgelegenen Einrichtungen zu informieren. Einrichtungen findest du zum Beispiel unter:
www.bkjpp.de
JugendNotmail
JugendNotmail bietet jungen Menschen bundesweit eine anonyme, vertrauliche und kostenlose Online-Beratung, bei Themen wie Depressionen, Suizidgedanken, Selbstverletzung, Gewalt, Mobbing und familiären Problemen.
U25
Ist eine Mailberatung für suizidgefährdete Jugendliche und junge Heranwachsende bis zu einem Alter von 25 Jahren. Das Besondere ist, dass die Beratung durch Gleichaltrige (sogenannte Peers) stattfindet, die ebenfalls unter 25 Jahre alt sind.
[U25] ist kostenlos, vertraulich und unbefristet.
MANO-Beratung
Die MANO-Beratung richtet sich an Menschen mit Suizidgedanken und in suizidalen Krisen ab 26 Jahren.
Die Beratung wird von speziell ausgebildeten, ehrenamtlichen Berater*innen durchgeführt, die eng von hauptamtlichen Fachpersonen begleitet werden.
Fest zugewiesene Berater*innen begleiten die Ratsuchenden über einen längeren Zeitraum. Dabei gilt eine Antwortfrist von einer Woche.
Nummer gegen Kummer
Egal, um was es geht! Die Nummer gegen Kummer berät montags bis samstags von 14 Uhr - 20 Uhr unter 116 111 am Telefon und montags bis donnerstags von 14 Uhr -18 Uhr im Chat.
Samstags beraten besonders junge Berater*innen. Der Mail-Beratung kannst Du jederzeit schreiben.
Am Elterntelefon werden Eltern und andere Bezugspersonen kostenlos, anonym und vertraulich beraten.
Hilfe bei sexueller Belästigung im Netz & Co.
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530
(Mo, Mi, Fr: 9-14 Uhr & Di, Do: 15-20 Uhr)
Oder lieber online? Kein Problem! Das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch berät auch hier vertraulich und datensicher.
Hilfe-Telefon - Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch
PEER4U
PEER4U ist eine Online-Chat Beratung über Mail oder Live-Chat, die sich besonders an junge Menschen richtet, die eine nahestehende Person mit psychischen Problemen in ihrem Umfeld haben. Die Peer-Berater*innen waren alle schon einmal in der Situation, dass eine ihnen nahestehende Person in einer Krise war und werden gleichzeitig von einer Therapeutin begleitet.
JUUUPORT
JUUUPORT ist eine Online-Beratungsplattform von Jugendlichen für Jugendliche. Jugendliche helfen sich gegenseitig bei Problemen im und mit dem Web, wie Cybermobbing, Stress in sozialen Medien, Online-Abzocke und Datenklau.
Die Juuuport-Scouts, die 14 bis 22 Jahre alt sind, wurden von Expert*innen aus den Bereichen Recht, Internet und Psychologie ausgebildet.
In Deutschland stirbt stündlich eine Person durch Suizid, bei jungen Menschen zwischen 10 und 25 Jahren ist dies die häufigste Todesursache. Jährlich nehmen sich etwa 600 junge Menschen unter 25 das Leben; die Versuchsrate ist 20- bis 30-mal höher, besonders in dieser Altersgruppe. Viele Hilferufe bleiben wegen des Tabus um Suizid unbeachtet, was es Jugendlichen schwer macht, Unterstützung zu finden.
Seelische Erkrankungen sind noch immer stigmatisiert. Umso wichtiger ist es das Thema nicht totzuschweigen, sondern Suizidgedanken zu erkennen und ernst zu nehmen. Ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen, hilft rechtzeitig zu reagieren! Indem wir offen darüber reden und informieren helfen wir das Thema zu entstigmatisieren und Betroffene, deren Angehörige und Freunde zu unterstützen.
Genau hinzuhören, Betroffene ernst zu nehmen und zu wissen, wo es Hilfe gibt, kann den entscheidenden Unterschied machen.
unge Menschen suchen bei uns oft nur Gehör. Unsere Berater*innen bieten Entlastung, da sich Jugendliche öffnen und ihre Gedanken teilen können, statt allein zu bleiben. Wenige wollen wirklich Suizid begehen; es geht meist darum, nicht mehr so weiterleben zu wollen wie bisher.
Suizidprävention beginnt hier, indem wir gemeinsam mit den Ratsuchenden nach kleinen Veränderungsschritten suchen und weitere notwendige Unterstützung erörtern.
Suizidgedanken können auch für Angehörige von Betroffenen eine hohe Belastung bedeuten. Auch für sie kann es hilfreich sein, sich an eine Beratungsstelle zu wenden und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Unterstützende Personen von Betroffenen sollten dabei immer auch auf sich selbst aufpassen und sich nicht scheuen selbst Unterstützung zu suchen.